Neuausrichtung des Projekts

Umsetzung der IT-Plattform durch die Zentrale Schulverwaltungsumgebung (ZSVU)

Die dezentrale Projektstrategie, die bis 2015 verfolgt wurde, war eine Konsequenz der politischen Willensbildung innerhalb der damaligen Regierungs- und Oppositionsfraktionen des Berliner Senates. Ausgehend von der auch heute noch gültigen Prämisse, dass die nach § 64 Abs. 1 SchulG im Rahmen schulbezogener Aufgaben verarbeiteten personenbezogenen Daten ausschließlich der Schule gehören, wurden entsprechende Anforderungen an die Speicherung dieser Daten abgeleitet. Nach damaligem Verständnis durften die Daten die Schule physikalisch nicht verlassen, so dass sie jeweils vor Ort abgespeichert werden sollten. Damit erschien eine zentrale Vorgehensweise strikt ausgeschlossen.

Nach heutigem Verständnis von Datenschutz (auch von Seiten des behördlichen Datenschutzbeauftragten sowie der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit) sichert auch eine Speicherlösung in einer Cloud bzw. in einem zentralen Rechenzentrum in Kombination mit mandantenabhängigen Zugriffsrechten auf die zentral gespeicherten Daten die Datenhoheit der einzelnen Schulen.

IT-Verfahren: Schulmanagementsoftware Berliner Lehrkräfte-Unterrichts-Schul-Datenbank (LUSD)

Die dezentrale Projektstrategie bei der Einführung einer Schulmanagementsoftware leitete sich aus den Anforderungen an die Datenspeicherung vor Ort in den Schulen ab.

Unter Nutzung der Spielräume, die eine zentrale IT-Infrastruktur eröffnet, wird das Projekt auch bei der Bereitstellung einer Schulmanagementsoftware neue Wege gehen. Statt einer Installation für jede Schule wird künftig die Bereitstellung einer mandantenfähigen Schulmanagementsoftware mit zentraler Datenbasis erfolgen, die zentral in einem Rechenzentrum betrieben wird. Die für das Land Berlin beschaffte Stundenplanungssoftware Untis wird in diese zentrale Struktur mit übernommen werden.

Die Anforderungen an eine Schulmanagementsoftware haben sich im Projektverlauf zudem dahingehend weiterentwickelt, dass diese künftig stärker als bisher eine integrierte Unterstützung der Prozesse in den drei organisatorischen Ebenen des Berliner Schulwesens (öffentliche Schulen des Landes Berlin, Schulaufsichtsbehörde und Schulträger/Bezirke) leisten muss.

Damit rücken neben den rein schulischen Prozessen wie z.B. Zeugniserstellung oder Schülerlaufbahnorganisation nun auch deutlicher diejenigen Prozesse ins Blickfeld, die insgesamt Aufgaben zur Steuerung und Organisation des Berliner Schulwesens wahrnehmen. Dies gilt insbesondere für die Prozesse zur berlinweiten Anmeldung, Aufnahme und Verteilung von Schüler*innen an den Berliner Schulen, zur Kontrolle der Schulpflicht, zur Planung der Unterrichtsversorgung oder zur Bereitstellung steuerungsrelevanter Informationen für die Bildungsberichterstattung.